Endstation Betriebsblindheit: Der Fall des fehlenden Logos
Sagen wir so: Es gab eine kleine Verspätung. Allerdings nicht im Bahnverkehr, nicht bei den Passagieren, sondern auf unserer Verpackung. Dabei lief 2023 eigentlich alles nach Fahrplan. Unser Bio-Oat-Bar Peanut Chocolate feierte sein DB-Bistro-Debüt, die Presse berichtete, ein Launch-Shooting wurde organisiert und im Team herrschte dieses typische „Wow, das passiert wirklich gerade“-Gefühl.
Und plötzlich wurde es ganz still…
Bis zu dem Moment, in dem wir die Menükarte in den Händen hielten, um diesen Meilenstein einmal schwarz auf weiß zu sehen. Denn dort, wo unser Riegel eigentlich stolz seinen Absender hätte tragen sollen, war: nichts. Kein Logo. Keine Marke. Einfach gar kein Hinweis auf KoRo. Der Riegel war damit offiziell inkognito unterwegs – einmal quer durchs Land.
12 Personen und ein kollektiver Blindspot
Das wirklich Verrückte daran: Mehr als zwölf Personen waren in das Projekt eingebunden. Es gab Korrekturschleifen, finale Freigaben, Abstimmungen und Qualitätschecks. Und trotzdem ist genau dieses eine Detail allen durchgerutscht.
Wie so etwas passieren kann? Ehrlicherweise können wir es bis heute nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Wahrscheinlich war es eine wilde Mischung aus purer Vorfreude, klassischer Betriebsblindheit und dem Phänomen, dass man das Logo vor lauter Riegeln einfach nicht mehr sieht.
Was wir aus der Sache gelernt haben
- Das 24-Augen-Prinzip reicht manchmal nicht: Wenn zwölf Leute monatelang starr auf dasselbe Design schauen, schaltet das Gehirn irgendwann auf Autopilot. Bei wichtigen Druckfreigaben lassen wir ab sofort immer noch eine dreizehnte Person drüberschauen. Sicher ist sicher.
- Wahre Liebe braucht kein Branding: Dass unser Riegel trotzdem im Rekordtempo weggesnackt wurde, hat uns bewiesen: Offenbar erkennt Ihr unsere Produkte auch dann, wenn unser Name gar nicht draufsteht. Nicht unbedingt die klassische Markenstrategie – aber eine, die erstaunlich gut funktioniert hat.
- Fehler passieren, wenn man mutig ist: Gerade wenn Dinge neu, schnell und ein bisschen mutig sind, geht auch mal etwas schief. Entscheidend ist für uns, daraus nicht nur zu lernen, sondern direkt weiterzumachen – mit der nächsten Idee, der nächsten Verbesserung und dem nächsten Snack im Gepäck (kleiner Spolier).
Über die Jahre haben wir noch viele weitere Dinge gelernt – einige geplant, andere eher unfreiwillig. Mehr davon erzählen wir in unserem Blogpost über die größten „KoRo-Learnings“ der letzten Jahre.
Oops, we did it again (diesmal mit Logo)
Zum Glück sind wir nicht nur gekommen, um alte Geschichten aufzuwärmen. Ab jetzt wird das sehnsüchtige Rascheln von KoRo-Verpackungen im Ruheabteil nämlich noch ein bisschen lauter – sorry, not sorry! Unsere gemeinsame Reise mit der DB geht in die nächste Runde: Während unser Bio-Oat-Bar Peanut Chocolate inzwischen längst zum festen Bordbistro-Inventar gehört, bekommt er ab sofort erstklassige Gesellschaft.
Neu an Bord ist unser veganer Proteinriegel Schokolade Brownie – und damit feiern wir eine echte Premiere auf Schienen! Als erster veganer Proteinriegel im DB-Bordbistro überhaupt bringt er das Proviant-Game aufs nächste Level. Kurz gesagt: gleiche Strecke, neue Verstärkung. Und ja – diesmal garantiert mit vollständiger Beschriftung!
Eine Verbindung, auf die man sich freut
Wenn wir auf die letzten Jahre schauen, steckt in dieser Kooperation genau das, was eine gute Reise ausmacht: ein bisschen Chaos, viele Kilometer und am Ende vor allem richtig guter Proviant.
Für uns gehört dazu auch die Überzeugung, dass gutes Essen nicht erst am Ziel wartet. Während die Deutsche Bahn Dich durchs Land bewegt, kümmern wir uns um bewusstes Snacking – mit Leckereien, auf die Du Dich schon beim Einsteigen freust und die Du nicht nur wählst, weil gerade nichts anderes da ist. Und wenn dabei gelegentlich ein Logo kurzzeitig verloren geht und am nächsten Bahnhof wieder auftaucht? Dann gehört das rückblickend eben einfach mit zur Route.