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🗓 25.11.22 👤 Tara Rezaie Farmand

Winterblues und Depression

Triggerwarnung: In diesem Artikel werden psychische Erkrankungen, insbesondere Depressionen, thematisiert. Wenn Du Dich von diesen Themen getriggert fühlst, klick‘ bitte weg und stöbere durch unsere anderen Blogbeiträge. Such’ Dir unbedingt psychologische Hilfe oder Unterstützung von Expert:innen.

Winterblues und Depression

Die Begriffe Winterblues und Winterdepression werden in den kalten Monaten oft benutzt. Jetzt, wo die Sonne nicht mehr so oft scheint und es kalt und trüb ist, will man sich einfach nur noch zu Hause verkriechen – Viele Menschen fühlen sich in den Wintermonaten verstimmt, traurig und antriebslos. Aber wie ernst sind diese Gefühle eigentlich? Was ist der Unterschied zwischen einem Winterblues und einer Depression? Und was hilft wirklich gegen den Winterblues?

Winterblues oder Winterdepression?

Oft fallen im Zusammenhang mit dem schlechten Wetter die Begriffe Winterblues und Winterdepression als Synonyme. Es gibt zwar einige Unterschiede, jedoch kann man die beiden Begrifflichkeiten nicht klar voneinander trennen.

Ein Winterblues hat fast die gleichen Symptome wie eine Winterdepression: Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Müdigkeit und Traurigkeit. Betroffene, die unter einem Winterblues leiden, ziehen sich zurück und sind gerne alleine, können aber noch genießen und Freude an Hobbys und Aktivitäten finden. Dieses Genießen stellt den Unterschied zu einer Winterdepression dar.
Bei einer Winterdepression, auch saisonale depressive Störung genannt (Englisch: seasonal affective disorder, kurz SAD) leiden Betroffene über einen längeren Zeitraum hinweg an depressiven Symptomen und finden kaum noch Freude am Leben. Sie fühlen sich häufig müde und lethargisch, schlafen mehr und haben einen vermehrten Appetit und Heißhunger auf kohlenhydratreiche Lebensmittel. Daher kann es bei Patient:innen mit SAD oft zu einer Gewichtszunahme in den kalten Monaten kommen.
Statistisch gesehen sind vor allem Frauen und junge Erwachsene betroffen. Es wird angenommen, dass in Deutschland zehn bis 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung an einer milden Winterdepression erkranken.

Ursachen für den Winterblues

Wenn es dunkel wird, schüttet der Körper Melatonin aus. Das Schlafhormon macht müde und führt dazu, dass wir nachts schlafen gehen. Bei Tageslicht wird die Ausschüttung von Melatonin gehemmt. Wenn es aber schon um 16 Uhr dunkel wird, fängt der Körper auch früher an, sich auf den Schlaf vorzubereiten. Das ist eine Ursache für die Müdigkeit und Antriebslosigkeit im Winter.
Die frühe Dunkelheit und die damit zusammenhängende Müdigkeit können außerdem dazu führen, dass wir öfter einen Mittagsschlaf machen oder mehr Zeit im Bett verbringen. Das kann unseren Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander bringen, unseren Schlaf stören und depressive Symptome triggern. 

Auch der Serotoninspiegel im Körper hängt mit den depressiven Verstimmungen im Herbst und Winter zusammen. Serotonin, auch das Glückshormon genannt, ist eng mit dem seelischen Wohlbefinden verknüpft. Studien haben gezeigt, dass die Serotoninproduktion im Gehirn in direktem Maß mit der vorhandenen Menge an Sonnenlicht zusammenhängt. Das Fehlen von Sonne und hellen Tagen im Herbst und Winter kann also zu einem Serotoninmangel im Gehirn und somit zu depressiven Stimmungsschwankungen führen. 

Auch ein Vitamin-D-Mangel kann ein Grund für die trübe Stimmung sein. Durch das fehlende Sonnenlicht kann der Körper das benötigte Vitamin-D nicht ausreichend produzieren. Da Vitamin D wichtig für die Herstellung von Serotonin im Gehirn ist, kann ein Mangel zu einer Winterdepression führen.

Behandlungen bei Winterdepression

Wenn Dich der Winterblues gepackt hat oder Du vermutest an einer Winterdepression zu leiden, fragst Du Dich sicher, was Du jetzt dagegen tun kannst. Eigentlich helfen alle Behandlungen, die auch bei einer Depression angewendet werden. Daher solltest Du Dir definitiv psychiatrische oder psychotherapeutische Hilfe suchen. Abgesehen davon haben wir noch ein paar Tipps für Dich zusammengestellt:

1. Bewegung und Sport: Denn Sport schüttet die Glückshormone Serotonin, Dopamin und Endorphin aus. Sport ist zwar manchmal eine Qual, kann aber auch ein natürlicher Stimmungsaufheller sein. 

2. Tageslicht und frische Luft: Vor allem in den dunklen Monaten ist es wichtig, genug Tageslicht und vielleicht sogar ein paar Sonnenstrahlen zu tanken, um dem Stimmungstief entgegenzuwirken. Hör‘ beim Spazieren gehen doch mal den Podcast, den Du schon so lange auf Deiner Liste stehen hast. Weil Du bei Deinen Winterspaziergängen wahrscheinlich kaum Sonnenlicht tanken wirst, solltest Du vor allem im Winter ein Vitamin-D-Supplement zu Dir nehmen. 

3. Tagesstruktur einführen und Schlafhygiene verbessern: Da der verschobene Tag-Nacht-Rhythmus und dadurch resultierende Schlafprobleme eine Winterdepression begünstigen können, solltest Du vor allem im Herbst und Winter auf einen geregelten Tagesablauf und einen gleichmäßigen Schlafrhythmus achten, d. h. zur gleichen Uhrzeit aufzustehen und schlafen zu gehen. 

4. Soziale Kontakte pflegen: Auch wenn Du Dich am liebsten den ganzen Tag zu Hause verkriechen würdest, ist es wichtig, mit Freund:innen über Deine Gefühlslage zu sprechen und Dir Unterstützung zu suchen. Es kann auch helfen, einfach mal aus dem Haus zu kommen und etwas Schönes zusammen zu unternehmen. 

5. Lichttherapie: Bei dieser Behandlung sitzen die Patient:innen vor einer sehr hellen Leuchte, die klassischerweise weißes Licht strahlt. Die Dauer und Intensität des Lichts wird bei einer ärztlichen Beratung bestimmt. Es gibt Studien die einen Behandlungserfolg bei leichten bis mittelschweren Winterdepressionen belegen. Allerdings nicht bei allen Teilnehmer:innen. Die Lichttherapie kann helfen, ein Erfolg ist jedoch nicht garantiert.

Solltest Du bei Dir selbst eine (Winter-)Depression vermuten, können Dir diese Tipps helfen, Dich besser zu fühlen. Eine Diagnose für eine Depression bekommst Du aber nur bei Psychotherapeut:innen oder Psychiater:innen. In jedem Fall solltest Du Dir deswegen psychotherapeutische oder psychiatrische Hilfe suchen, wenn Du mit diesen Symptomen kämpfst. Es ist wichtig, Dir vor Augen zu halten, dass eine Therapie immer guttut, auch wenn Du leichtere Symptome hast. Eine Depression zu überwinden, kann sehr viel Kraft und Arbeit kosten. Suche Dir daher auf jeden Fall Unterstützung von Freund:innen und Expert:innen.