THEMENWOCHE TAG 7 | Vegetarismus

Vegetarier verzichten in ihrer Ernährung komplett auf Fleisch, Fisch und andere Produkte, für die ein Tier sterben musste. Die Beweggründe dafür können unterschiedlich sein.

Die vegetarische Ernährung basiert in jedem Fall auf pflanzlichen Lebensmitteln – auch Pilze und andere „lebende“ Kulturen werden toleriert. Es gibt vier Formen von Vegetarismus:

  1. Ovo-Lacto-Vegetarismus: kein Fleisch und Fisch
  2. Lacto-Vegetarismus: kein Fleisch, Fisch und Eier
  3. Ovo-Vegetarismus: kein Fleisch, Fisch, Milch und Milchprodukte
  4. Vegan: keine tierischen Lebensmittel

Weiterhin gibt es verschiedene Richtungen innerhalb der Vegetarismus-Bewegung. Beispielsweise verzichtet ein Pescetarier lediglich auf Fleisch, verzehrt allerdings Fisch und Meeresfrüchte.

Frutarier ernähren sich ausschließlich von pflanzlichen Produkten, die die Pflanze nicht beschädigen. Der Verzehr einer Karotte würde die Vernichtung der Pflanze bedeuten. Bei einem Apfel gibt es diese Bedenken nicht, da der Baum an sich nicht verletzt wird. Einige Frutarier essen nur Obst, das bereits vom Baum abgefallen ist.

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Woher kommt „Vegetarismus“?

Die ersten bekannten Zeugnisse der Wörter „Vegetarismus“ oder „Vegetarier“ kommen aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Die deutschsprachigen Begriffe kommen aus dem Englischen, wo das Kunstwort „Vegetarian“ Mitte des 19. Jahrhunderts eingeführt wurde.

Das englische Wort ist eine Wortbildung aus den beiden Begriffen „Vegetable“ (Gemüse) und „-arian“ (eine Überzeugung haben). Ein weiterer Ausgangspunkt ist das lateinische Wort „Vegetare“, was so viel bedeutet wie „körperlich und geistig beleben“. Weitere lateinische Wörter in dem Zusammenhang sind „Vegetus“ (belebt, rüstig) und „Vegere“ (munter und lebensfroh sein).

Später stellten verschiedene christliche Orden unterschiedliche Regeln auf, die den Fleischverzehr betreffen. Auch in den großen Weltreligionen finden sich solche Unterschiede beim Fleischessen. Zum Beispiel fordern neuere hinduistische Schriften einen kompletten Verzicht auf Fleisch, wie er im Buddhismus bekannt ist. In anderen Religionen geht es dagegen um die Zubereitungsarten oder den Verzicht auf einzelne Sorten wie Schweine- oder Rindfleisch.

Bedeutung von Vegetarismus

Es gibt verschiedene Motive für eine vegetarische Ernährung. Beispielsweise ernährt sich ein Buddhist vegetarisch, weil ihm es seine Religion vorgibt. Ein besonders tierlieber Mensch ernährt sich vegetarisch, weil ihm das Leben der Tiere am Herzen liegt.

Diese Form des Vegetarismus ist weitestgehend ethisch motiviert und orientiert sich an den Argumentationen von Tierrechtlern. Eine Meinung lautet, dass Menschen nicht das Recht hätten, sich über eine andere Lebensart zu stellen und über deren Leben zu bestimmen.

Allerdings hat die vegetarische Ernährungsweise nicht nur eine philosophische Bedeutung. Viele Vegetarier ernähren sich fleischlos, weil es ihnen ein intaktes Ökosystem wichtig ist.

Vorteile von Vegetarismus

Es gibt verschiedene Themengebiete, in denen vegetarische Ernährung dem Planeten nutzen kann:

- beim Temperaturanstieg auf dem Planeten
- beim Landverlust durch Landwirtschaftsbetriebe
- beim erhöhten Wasserverbrauch
- beim Schutz der Wälder
- bei Verschmutzung von Gewässern, Luft und Böden

Vegetarismus kann dabei helfen, dass es dem Natursystem insgesamt besser geht, da Eingriffe des Menschen beschränkt werden. Weiterhin verbraucht die Fleischindustrie durch einen hohen Stromverbrauch sehr viele Rohstoffe. Wenn weniger Fleisch produziert werden würde, weil sich viele Menschen vegetarisch ernähren, würden auch weniger fossile Rohstoffe verbraucht werden.

Weiterhin ist die Fleischproduktion enorm kostspielig – die fleischlose Ernährung sollte sich auch in Deinem Geldbeutel bemerkbar machen. Außerdem hat die vegetarische Ernährung Vorteile für das gesundheitliche Wohlergeben.

Gesundheitliche Aspekte

Der vegetarischen Ernährung werden verschiedene gesundheitliche Vorteile nachgesagt. Durch die ballaststoffreiche Nahrung kann sich bei Übergewicht das Körpergewicht reduzieren. Und die vermehrte Aufnahme von sekundären Pflanzstoffen verspricht insgesamt Vorteile für die Gesundheit.

Vegetarier sollen ein geringeres Risiko für Herzerkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes aufweisen – Diabetiker, die sich vegetarisch ernähren, können den Blutzuckerspiegel besser kontrollieren.

Weiterhin haben Vegetarier oftmals bessere Blutfettwerte sowie ein geringeres Risiko für Verstopfung und die damit verbundenen Folgeerkrankungen, wie Darmkrebs und Hämorrhoiden.

Allgemein wird gesagt, dass Vegetarier eine geringere Mortalitätsrate haben. Sie sollen also bei einer allgemein gesunden Lebensweise länger leben, als fleischessende Menschen.

Als Vegetarier sollte man darauf achten, dass einige notwendige Nährstoffe aufgenommen werden, die ansonsten vorwiegend in Fleisch stecken. Daher müssten Vegetarier bestenfalls diese Nährstoffe über andere Lebensmittel aufnehmen – beispielsweise Hülsenfrüchte bieten sich dabei an. Nur dann kann eine vegetarische Ernährung wirklich gesundheitlich vorteilhaft sein.

Tags: Themenwoche
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