Nachhaltiges Festessen: Genuss und Natur in Einklang bringen

Worauf kannst Du achten, damit Dein Festessen nicht nur Dir, sondern auch der Natur gut tut? Hier steht's!

Ob Weihnachten, Neujahr, Geburtstag oder Jubiläumsfeier - Essen gehört bei all diesen Anlässen einfach dazu. Familienfeste zelebrieren das Beisammensein, die Gemeinschaft. Kaum etwas verbindet uns Menschen mehr, als gemeinsam zu essen. Während es für die Generation unserer Großeltern noch etwas Besonderes war, einmal richtig zuschlagen zu können, ist es heute für die meisten von uns selbstverständlich, das ganze Jahr über gut, ausreichend und wohlschmeckend versorgt zu sein. Zu besonderen Anlässen, lassen wir es uns daher ganz besonders gut gehen - ohne dabei an unsere Gesundheit und die Natur zu achten. Aber: Nachhaltiges Festessen, geht das?

Minimalismus trifft Nachhaltigkeit

Der erste und wichtigste Schritt, den Du für ein nachhaltiges Festessen brauchst, ist also die richtige Einstellung. Ein minimalistischer Lebensstil ist dank Marie Kondo mittlerweile in fast jedes Wohnzimmer eingezogen. Ob man es nun gut findet oder nicht, ist irrelevant. Was der Hype ums rigorose Aufräumen und Entrümpeln allerdings zeigt, ist, dass in einer Welt des Überflusses für die meisten von uns weniger einfach mehr ist. So ist es auch beim Essen. Zu viel Auswahl kann einem anscheinend wirklich den Appetit verderben...

  • Muss es das klassische französische 14-Gänge-Menü sein oder reichen drei Gänge, um den Gaumen, den Magen und die Gäste zu befriedigen? 
  • Muss es immer extravagant und exotisch sein oder kann man auch mit regionaler und saisonaler Küche seine Gäste begeistern?
  • Muss es zu Festtagen unbedingt Fleisch in großen Mengen geben oder können und wollen wir der Umwelt zuliebe tierische Produkte reduzieren oder sogar ganz auf sie verzichten?

Wie du siehst, ist Nachhaltigkeit in vielen Lebensbereichen einfach Einstellungssache. Dabei muss Minimalismus an dieser Stelle dem Genuss nicht im Weg stehen.

Nachhaltig mit Lebensmitteln umgehen - dank Checkliste

Rund 20 % aller CO₂-Emissionen entstehen durch die Lebensmittelerzeugung und unsere Ernährung. Wenn Du auf viel regionales Gemüse, etwas Obst, weniger Fleisch und gleichzeitig auf Bio-Qualität achtest, hast du bereits viel für die Umwelt getan. Worauf du sonst noch achten solltest, zeigt Dir die folgende Checkliste:

  • Bio ist besser: Die biologische Lebensmittelproduktion ist im Vergleich zur konventionellen deutlich umweltschonender. Versuche daher so viele Produkte wie möglich in Bio-Qualität zu besorgen.
  • Weniger, aber besseres Fleisch: Du musst nicht auf Fleisch verzichten, um nachhaltig zu leben. Wichtig ist, dass Du bewusst wählst. Hochwertiges Fleisch aus nachhaltiger und artgerechter Haltung in bester Qualität sollte Deine erste Wahl sein. 
  • Regional und saisonal bei Obst und Gemüse: Jede Jahreszeit bringt seine Superfoods mit sich und diese sollten wir für unser Festessen nutzen. Warum zu weitgereisten und meist teuren Exoten greifen, wenn das Gute und Gesunde so nah liegt?
  • Kaufen und kochen nach Plan: Wer mit Einkaufsliste und klaren Vorgaben einkaufen geht, vermeidet einen Großteil der Lebensmittelabfälle und schont gleichzeitig Klima und Geldbörse.
  • Auf die Menge achten: Aus der Gastronomie kennen wir bewährte Durchschnittswerte für Portionsgrößen. So landet mehr Essen im Magen und weniger im Müll.
  • Kreative Resteküche: Übriggebliebene Lebensmittel kann man genussvoll wiederverwerten. Achte dabei auf eine sichere Aufbewahrung und eine intakte Kühlkette.

Nachhaltig essen: Auf die Menge kommt es an

Wie oben schon angesprochen, gibt es bewährte Richtlinien für Portionsgrößen. Das hilft Dir die notwendige Menge für Dein Festessen einzuschätzen. Dabei solltest Du auch folgende Punkte beachten:

  • Je mehr Gänge angeboten werden, desto kleiner solltest Du die einzelnen Portionsgrößen berechnen. 
  • Frauen, Kinder und ältere Menschen essen tendenziell weniger.
  • Je heißer der Tag, desto weniger wird gegessen.

Mit diesen kleinen Hinweisen gewappnet, hier die versprochenen Portionsgrößen für jeweils eine Person.

Vorspeisen:

  • Suppe: 200 - 250 ml
  • Eier: 1 - 2 Stück
  • Fisch: 100 - 150 g
  • Fleisch: 50 - 100 g
  • Salat: 50 - 100 g
  • Käse: 80 - 120 g

Hauptgericht:

  • Suppe: 250 - 300 ml
  • Eier: 3 Stück
  • Fisch: 200 - 300 g
  • Fleisch zum Braten: 150 - 200 g
  • Fleisch für Ragout: ca. 90 g
  • Gemüse: 200 - 250 g (Bei vegetarischen Gerichten bis zu 400 g)
  • Teigwaren: 80 - 120 g Trockengewicht (bei vegetarischen Gerichten die obere Grenze nehmen)
  • Reis: 80 - 120 g Trockengewicht (bei vegetarischen Gerichten die obere Grenze nehmen)
  • Hülsenfrüchte 100 - 125 g Trockengewicht
  • Kartoffel: 200 - 250 g

Beilagen

  • Brot: 80 - 100 g
  • Salat: 100 - 220 g (je nach Sorte)
  • Soße: 60 - 80 ml

Nachspeise

  • Obst: 80 - 150 g
  • Dessert: 150 - 200 g

Die richtige Wahl treffen: Was kommt auf den Tisch?

Nachdem wir die Theorie auf den Punkt gebracht haben, bleibt die Frage, was denn jetzt tatsächlich auf den Tisch kommt? Diese Frage wird in vielen Familien eifrig diskutiert, schließlich können die kulinarischen Vorlieben einzelner Familienmitglieder stark variieren: vegan, vegetarisch, glutenfrei, zuckerfrei, low carb, paleo oder einfach nur essen, was schmeckt?! Da tut sich die Gastgeberin bzw. der Gastgeber nicht immer leicht. Was Du tun kannst, damit es beim lang ersehnte Festessen zu keiner schlechten Stimmung kommt, kannst du hier nachlesen.  

Aus Erfahrung kann ich Dir zwei Tipps geben, wie du dieses Dilemma lösen kannst: 

  • Jeder kocht sein Lieblingsgericht: Dafür ist natürlich ein wenig Abstimmungsarbeit notwendig, klappt aber gerade bei kleineren Festen ganz wundervoll. So kann man sich durch die Vorlieben einzelner Familienmitglieder durchkosten, ohne Gefahr zu laufen, hungrig zu bleiben. 
  • Modular kochen: Anstatt sehr aufwendige Gerichte zu kochen, bietest Du hier Deinen Gästen viele unterschiedliche, puristisch gehaltene Zutaten, die jede und jeder für sich modular zusammenstellen kann. Das ist sicherlich mit etwas mehr Aufwand verbunden, wird aber alle Geschmäcker abholen und ist auch im Sinne der Nachhaltigkeit besser. So kannst du die einzelnen, übrig gebliebenen Zutaten entweder einfrieren oder am nächsten Tag neu kombinieren und so wiederverwenden.

Bist du immer noch im Dilemma, was Du jetzt kochen sollst? Dann wirf doch einfach einen Blick in die KoRo Rezeptdatenbank, dort findest Du die Inspiration, die Du suchst. Wir freuen uns aber auch über deine Ideen im Kommentarfeld. Lass uns wissen, wie du Festessen bei dir organisierst.

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