Milch - Fettreduziert oder Vollfett?

Manchmal bekommt man fast schon ein schlechtes Gewissen, wenn man lieber zur Vollfettvariante greifen möchte. Wieso mehr Fett konsumieren als nötig, wenn es doch auch schlankere Alternativen gibt? Doch ist weniger Fett in der Milch wirklich immer besser und gesünder?

Wahrscheinlich kennst du das: Du stehst im Supermarkt vor dem Kühlregal und bist mit der Auswahl an verschiedenen Milchsorten, Milchmarken oder gar pflanzlichen Milchalternativen ein bisschen überfordert.  Da gibt es Milch mit 3,5 prozentigem Fettanteil oder Milch mit 1,5% Fett. Sogar Milchvarianten mit 0,7 und 0,1 % Fettanteil sind mittlerweile in fast jedem gut sortierten Supermarkt erhältlich.

Was genau ist eigentlich Milch?

Zunächst einmal müssen wir klären, aus was Milch überhaupt besteht und welche Unterschiede es bei den verschiedenen Milchsorten gibt. In Deutschland konsumieren wir hauptsächlich Kuhmilch. Diese besteht aus Proteinen, Milchzucker, Milchfett und Wasser. Wird die Milch roh, das heißt unbehandelt, getrunken, so spricht man von Rohmilch. Sie kommt quasi direkt von der Kuh ins Glas, ohne weitere Behandlung. Frischmilch muss in Deutschland pasteurisiert, das heißt erhitzt, werden. Pasteurisierte Milch kann zudem noch homogenisiert werden, sodass sich das Fett gleichmäßig in der Flüssigkeit verteilt. Das ist die Milch, die du üblicherweise im Supermarkt angeboten bekommst.

Rohmilch ist meist nur 2-3 Tage haltbar. Frischmilch hingegen hält sich in der Regel 3-4 Tage nach Anbruch und etwa 6-10 Tage ungeöffnet. Daneben gibt es noch die sogenannte H-Milch. Diese wird ultrahocherhitzt und wird dadurch länger, ca. 6 bis 8 Wochen, haltbar.

Daneben unterscheidet man zwischen Vollmilch und fettarmer Milch. Vollmilch bezeichnet Milch mit einem Fettanteil von 3,5 % auf 100 ml. Der Vollmilch kann man durch eine bestimmte Entrahmungstechnik Fett entziehen. Die Milch wird geschleudert, wodurch sich der Fettanteil vom restlichen flüssigen Teil absetzt. Nun kann man dem entrahmten Teil von dem abgetrennten Fettanteil etwas hinzugeben, bis der gewünschte Prozentsatz Fett enthalten ist. Fettreduziert gilt eine Milch mit einem Fettgehalt zwischen maximal 1,8 bis 1,5 % auf 100 ml.

Milch

Ist fettreduzierte Milch wirklich gesünder als Vollmilch?

Weniger Fett zu konsumieren klingt zunächst immer nach einer vernünftigen Idee. Schließlich hört man ja immer wieder, dass zu viel Fett Herzinfarkte, Diabetes und Adipositas verursachen kann. Doch das ist zum Glück nur die halbe Wahrheit. Denn, ja - zu viel Fett ist natürlich nicht besonders gut für uns. Allerdings kommt es auch darauf an, welche Art von Fett wir konsumieren. Ungesättigte Fettsäuren sind wichtige Nährstoffe, die unserem Körper guttun und die ausreichend aufgenommen werden sollten. Doch auch die gesättigten Fettsäuren, die den Großteil des Milchfetts ausmachen, werden zu Unrecht dämonisiert. Auch sie können wichtige Funktionen im Körper erfüllen. Außerdem gibt es zahlreiche Studien, die belegen, dass der Konsum von Vollmilch das Risiko für Herzerkrankungen sogar senken kann. Da der menschliche Stoffwechsel ohnehin hochkomplex und bisher nur teilweise erforscht ist, sind bei pauschalen Behauptungen wie „Vollmilch macht dick“ immer auch Skepsis und Relativierung geboten. Fett in Maßen ist wichtig für den Organismus und macht jedenfalls nur dann wirklich dick, wenn übermäßig viel davon konsumiert wird. Dabei ist es dann auch egal ob zu viele gesättigte oder ungesättigte Fettsäuren gegessen werden.

Macht Vollmilch dick?

Es kann jedenfalls mitnichten davon ausgegangen werden, dass weniger Fett in der Milch automatisch diättauglicher ist. Bei der im Supermarkt erhältlichen Milch ist sogar das Gegenteil der Fall. Um den Geschmack, den die Milch durch den Fettenzug verliert, auszugleichen, gibt man der fettreduzierten Milch gerne Zucker dazu. Denn natürlich will der Konsument auf den Milchgeschmack trotz weniger Fett nicht verzichten. So enthält eine durchschnittliche Vollmilch meist um die 4,5 Gramm Kohlenhydrate auf 100 ml in Form von Milchzucker. Eine fettreduzierte Milch enthält auf 100 ml meist 0,5 Gramm mehr Zucker. Bei einem 250 ml-Glas Milch am Tag macht das einen Unterschied von 1,25 Gramm Zucker. Auch wenn das zunächst nicht nach viel klingt, wird hier unnötig mehr Zucker aufgenommen. Außerdem kann durch mehr Zuckerkonsum der Insulinspiegel steigern und der bekannte Heißhunger kann dadurch gefördert werden.

Fazit: Fettreduzierte Milch bietet keinen Vorteil

Der Griff zur fettreduzierten Milch hat keinen wirklich belegbaren positiven Effekt auf dein Gewicht oder deine Gesundheit. Du nimmst mit ihr mehr Zucker auf und profitierst im Gegenzug nicht von dem geringeren Fettanteil. Wenn du dich gesund und ausgewogen ernährst, sollte nichts gegen den Konsum von Vollmilch sprechen. Solltest du abnehmen wollen, ist es ebenfalls ratsam, statt der fettreduzierten Variante lieber Vollmilch zu trinken, um deinen Blutzuckerspiegel konstant zu halten und Heißhungerattacken zu vermeiden.

 

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