Ernährungstipps für Diabetiker

“Wer nicht genießt, ist ungenießbar” sagt man so schön. Und vor allem für Genießer wie Dich und mich klingt die Diagnose Diabetes auf dem ersten Blick, als wäre mit dem Genuss erstmal Schluss.

Komm, wir stecken den Kopf nicht in den Sand, sondern setzen uns in diesem Artikel damit auseinander, wie der Genuss trotzdem nicht auf der Strecke bleibt. Dank moderner Medikamente und neuer Erkenntnisse zum Thema Ernährung gibt es viele Möglichkeiten der Diabetestherapie. Der Trick liegt in der Entlastung des Stoffwechsels. Das heißt: Viel Gemüse, wenig schnell verdauliche Kohlenhydrate sowie genug Eiweiß. Was Du dabei zu beachten hast, schauen wir uns jetzt gemeinsam an.

Was ist Diabetes?

Wie die verbreitete Bezeichnung “Zuckerkrankheit” vermuten lässt, hat es mit Zucker zu tun.

Es ist eine Stoffwechselerkrankung, die für einen erhöhten Blutzuckerspiegel sorgt. Wir unterscheiden zwischen den bekanntesten Typen: Typ 1 und Typ 2.

Typ 1: Bei Typ 1 entsteht Diabetes aufgrund einer Autoimmunerkrankung. Hier ist es wichtig zu wissen, wie viele Kohlenhydrate sich im Essen verstecken, um die perfekte Menge an Insulin spritzen zu können. Das ist wichtig, um zu hohe oder niedrige Werte zu vermeiden.

Diese Form kommt eher selten vor. Bei diesem Typ kann die Ernährung nicht zur Besserung der Krankheit beitragen, weshalb sich der Rest des Artikels hauptsächlich auf Typ 2 fokussiert.

Typ 2: Die Krankheit entsteht durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte. Es ist möglich, dass man das Diabetes Gen in sich trägt, es jedoch nie zum Ausbruch kommt. Nur bei überhöhter Belastung des Stoffwechsels kann sich Diabetes entwickeln.

Was Du isst, kann Dir dabei helfen, Blutzuckerspitzen nach der Nahrungsaufnahme zu vermeiden. Das bedeutet also, dass Du Typ-2 mithilfe gesunder Ernährung in Kombination mit körperlicher Betätigung beeinflussen kannst. Und das ist doch eine schöne Sache! Du kannst was verändern und Einfluss haben!

Vorurteil: Verbote

Das Thema Diabetes ist meistens mit dem Vorurteil behaftet, es gäbe viele Tabus beim Essen. Doch Du kannst durchatmen. Im Grunde darfst Du als Diabetiker alles essen! Es ist definitiv nicht so, dass Zucker oder andere Lebensmittel komplett verboten sind. Du musst Dich auch nicht von speziellen Lebensmitteln ernähren und den Aufdruck “Für Diabetiker geeignet” gibt es tatsächlich nicht mehr.

Diabetiker mit dem Typ 2 sollten allerdings versuchen den Langzeitwert des Blutzuckers zu verbessern, um Langzeitschäden für den Körper zu vermeiden. Das heißt also auch bei Übergewicht unbedingt abzunehmen! Dadurch wir der Stoffwechsel gefördert.

Allerdings entsprechen die Empfehlungen für Diabetes Patienten zum Thema Ernährung denen von gesunden Menschen. Also gar nicht so vieles, was sich für Dich ändern muss.

Individualität in Deiner Ernährung

Jeder Ernährungsplan sollte beim Typ 2 individuell mit Hilfe vom jeweiligen Arzt abgestimmt werden. Die Ziele sind von langfristiger Natur und persönliche Vorlieben bleiben nicht auf der Strecke. Solltest Du z.B. nicht auf Gummibärchen verzichten können, steht dem nichts im Weg! Am Ende des Tages muss nur Deine Kalorienbilanz stimmen. Solltest Du eine Insulintherapie machen, lernst Du in einer Schulung, wie viele Kohlenhydrate in welchen Lebensmitteln stecken.

Nährstoffempfehlungen

Beim Typ 2 empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft in ihren Leitlinien, ca. 45-60 Prozent der Energiemenge am Tag mit Kohlenhydraten zu sich zu nehmen. Danach kommt Fett mit höchstens 35 Prozent. Eiweiß sollte nicht mehr als 20 Prozent des Tagesbedarfs ausmachen.

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Kohlenhydrate

Bevorzuge komplexe Kohlenhydrate um Blutzuckerspitzen nach dem Essen zu vermeiden. Komplexe Kohlenhydrate haben den Vorteil, dass sie langsam vom Darm in Dein Blut übergehen. Das bedeutet, Deine Zuckerwerte steigen nicht so rapide an. Gut sind hier beispielsweise Produkte aus Vollkorn-Getreide. Eine tolle Hilfe ist der glykämische Index. Hier erfährst Du, wie stark und in welcher Geschwindigkeit ein bestimmtes Lebensmittel Deinen Zuckerspiegel nach oben bringt. (Je höher der angegebene Wert, desto schneller.) Oft stimmt die Faustregel: Je mehr ein Lebensmittel verarbeitet wurde, desto höher der Wert und die Aufnahme ins Blut. Heißt zum Beispiel: Lieber Pellkartoffeln, als Kartoffelbrei!

Fette

Fett bringt viel Kalorien mit sich. Versuche gesättigte Fettsäuren (hauptsächlich in Tierprodukten, wie Milch, Käse, Fleisch, etc.) zu vermeiden und durch ungesättigte Fette zu ersetzen. Zum Beispiel: Kürbiskernöl, Olivenöl oder Hanföl.

Ballaststoffe

Ballaststoffe sind Dein Freund. Sie können die Verdauung von Kohlenhydraten endschleunigen und die Insulinempfindlichkeit verbessern. 40 Gramm oder mehr sind für Typ 2 Diabetiker täglich empfohlen. Dazu gehören Hülsenfrüchte, Vollkorn und einige Gemüse- und Obstsorten.

Früchte und Gemüse

“An apple a day…!”. Empfohlen sind fünf Portionen jeden Tag, davon zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse. Um es sich besser vorzustellen: Eine Portion entspricht ungefähr einer Handvoll. Obst und Gemüse sind arm an Kalorien und reich an gesunden Inhaltsstoffen.

Getränke

Zuckerhaltige Getränke, wie zum Beispiel Cola, gehen schnell ins Blut über. Tolle Alternativen: Tee, Kaffee, Wasser oder Schorlen. Auch Alkohol solltest Du nur in Maßen zu Dir nehmen.

Zucker

Ist nicht verboten! Sollte jedoch auf maximal 10 Prozent der Tageszufuhr beschränkt sein. Süßstoffe bieten Dir eine tolle Alternative! Sie haben keinen Einfluss auf Deinen Blutzuckerspiegel und können beim Kochen, Backen und zum Süßen von Getränken verwendet werden! Außerdem hat Süßstoff keine Kalorien. Doch auch diese solltest Du nur in Maßen genießen.

Salz

Mit Typ 2 kommt hoher Blutdruck oft als Begleiterscheinung. Dementsprechend bitte nur sparsam mit Salz umgehen.

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